Sonntag, 17. Oktober 2010

Woche 41


Meine Rückschulung auf die dominante linke Hand verläuft soweit gut. Ich versuche täglich meine Übungen irgendwie unterzubringen. Manchmal habe ich aber auch zeitliche Probleme, sodass ich es Abends nicht schaffe, mich nach der Arbeit nochmals aufzuraffen und mich eine halbe Stunde mit der linken Hand zu beschäftigen. Erschwerend ist es natürlich auch dadurch, dass ich auf einen Triathlon trainiere. Dies frisst natürlich auch viel Zeit, da der Aufwand den man betreibt, enorm hoch ist. Aber der Triathlon ist so ne Sache, die ich unbedingt durchziehen möchte. Außerdem stellt es auch ein Ausgleich des teils stressigen Alltags dar.
Die Übungen sind so aufgebaut, dass ich am Anfang Fingergymnastik ausführen muss. Nach einigen Minuten lege ich dann Musik auf und mache mit der Fingergymnastik weiter. Danach kommen einige Minuten kritzeln und schraffieren auf Übungsblätter, dem dann die Nachspurübungen nach Sattler und Drabert folgen. Das klappt wie oben erwähnt soweit gut.
Unter der Woche habe ich immer mal wieder die Gelegenheit mich gedanklich von meiner eigentlichen Arbeit zu lösen und mich mit kritzeln und malen auf Schmierblättern zu befassen. Hier lasse ich meiner Kreativität – wenn man es so benennen darf – frei Lauf und  lass mich von meiner linken Hand führen. Dabei kommt so manch abstraktes Zeug raus, aber auch Bilder von Gesichtern, Masken, etc. sind dabei. Was ich auch gerne mache,  ist das schreiben in Spiegelschrift. Es ist für mich unheimlich entspannend von rechts nach links zu schreiben –  Warum muss die ganze westliche Welt eine rechtshändig Dominierte sein ? Das ist doch diskriminierend für all die Linkshänder. In diesem Zusammenhang kommt mir auch manchesmal der Gedanke „Was wäre wenn“: Was wäre wenn ich nicht umgestellt worden wäre ? Ich glaube meine Persönlichkeit hätte sich in eine ganz andere Richtung entwickelt.  
Naja, was mir in letzter Zeit auch oft passiert ist, dass ich ein Stück Text einfach so, scheinbar aus dem Nichts entwickle. Hierzu möchte ich hier mal zwei Auszüge aus den Texten geben:
„...Durch das massive Umstellen habe ich komplett alles mit Rechts ausgeführt, sodass ich quasi als umgeschulter Linkshänder durch’s Leben ging. Dabei habe ich von meiner Umschulung gewusst, da meine Mutter bei manchen Gelegenheiten teils prahlerisch aussagte, dass sie „diesen Teufel“ gleich aus mir hatte. Auch von meiner Umwelt habe ich keine negativen Meinungen erfahren, so dass es für mich als Normal galt, Rechts zu schreiben, jeodch links  Fußball zu spielen. Von einer Rückschulung auf meine linke Hand war ich meilenweit entfernt....“   
„Jack nahm seinen Hammer in die Hand und modifizierte das Teil so lange damit bis es für sich und seine Anwendung etwas taugte. Dabei waren seine Schläge und Hiebe nicht immer einhundertprozentig exakt!  Aber das machte nichts. Denn erst durch die Unkontrolliertheit bekam das Teil seine so abstrakte Form, die es so erfolgreich verkaufen lies. Das Publikum liebte Auftritte wie diesen von Jack. Denn so konnten sie genau verfolgen wie die Dinge, auf die sie so angetan waren, in der Endproduktion bearbeitet werden....“
Total crazy....

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